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Sonntag, 26. April 2015
Kampfsport als Mittel zur Radikalisierung?
Erst vor kurzem erschien folgender Artikel in der rp-online.
(Ich übernehme absolut keine Haftung oder Verantwortung für die Inhalte dieses Links und für jegliche andere, die ich noch teilen werde. Links dienen hier nur zur zusätzlichen Information.)

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/islamisten-trainieren-kinder-im-kampfsport-aid-1.5029255

In dem Artikel geht es um eine Kampfsportschule in Mönchengladbach, die von Personen aus der islamistischen Szene geführt wurde. Mittlerweile ist diese glücklicherweise geschlossen worden.

Da stellt sich doch für manch einen die Frage, ob Kampfsportarten und -Künste nicht einen negativen Einfluss haben. Schließlich gibt es auch viele weit verbreitete Vorurteile.

Ein paar möchte ich hier nennen. Sie und meine Kommentare dazu resultieren ausschließlich aus meinen persönlichen Erfahrungen oder Erzählungen von Freunden/Bekannten.

1. Kampfsport kann man heutzutage nicht mehr ernst nehmen, ist ineffektiv.

Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Meiner Meinung nach gibt es durchaus viele Leute, die sich kein Stück verteidigen können. Gleichzeitig habe ich auch viele Menschen getroffen, denen ich eine effektive Selbstverteidigung durchaus zutrauen würde. Inwieweit Kampfsport effektiv ist hängt wohl sehr mit dem Training, der Person und vor allem den Zielen zusammen. Damit meine ich nicht, dass jemand, der sowieso schon eine Kante ist sich mit Selbstverteidigung verteidigen kann und jemand schwächeres nicht, sondern mit welchen Zielen man daran geht.
Trainiert jemand nur um etwas fitter zu werden und weil es Spaß macht, wird er sich bestimmt weniger effektiv verteidigen können, als jemand der es genau darauf ansetzt.

2. Kampfsport ist gefährlich.

Ja, bestimmt. Aber weniger als Fußball oder einige andere Sportarten. Sicher kann man sich auch verletzen, aber in einer guten Kampfkunstschule wird auch auf verletzungsfreies Training durch Schutz, Konzentration & gute Körperkontrolle geachtet. Das Ganze unterscheidet sich allerdings bestimmt auch von Stil zu Stil.

3. Und damit wären wir wieder bei dem Ausgangsgedanken:
Kampfsport beeinflusst die Persönlichkeit negativ.

Oft habe ich zum Beispiel gehört, dass man als Kampfsportler zum Schläger oder Prolet wird.

An dieser Stelle möchte ich kurz erklären, warum dies so wirken könnte.
Wer einen Sport macht, probiert sich gerne aus. Damit meine ich nicht auf Wehrlose oder Andere loszugehen, sondern zum Beispiel spielerisches Kämpfen mit Vereinskameraden außerhalb des Trainings beispielsweise im heimischen Garten o.ä.
Oder man redet einfach mit Anderen über interessante/lustige Begebenheiten im Training. Ich denke, dass dies missverstanden werden kann, wenn man dies als Außenstehender mitbekommt. Statt Freunde und Spaß an seinem Sport, wird Freude an Gewalt und Dominanz interpretiert. Dass Notfall-Paragraphen beim Training ebenso vermittelt werden, wie der Versuch bei einem Angriff einfach nicht da zu sein, kommt dabei nicht immer mit rüber.

Das Klischee an sich aber möchte ich entschieden ablehnen. Gerade die traditionellen Kampfkünste beinhalten oft eine Philosophie. Es geht vor allem um die Vereinigung von Körper und Geist und die Vermittlung von Tugenden wie Respekt & Disziplin. Selbst, wenn man sich nur für die sportlichen Aspekte interessiert, so bekommt man trotzdem die positiven Nebenaspekte wie ein besseres Selbstbewusstsein und eine ausgeglichenere Persönlichkeit. Für die Vermittlung dieser Werte sind natürlich die Trainer mitverantwortlich.
Deswegen ist mein Fazit, dass jeder mit darauf achten soll, wie und wer die Personen sind, welche eine Kampfsportschule führen. Schließlich ist es wohl allgemein wünschenswert, dass sich gute Persönlichkeiten entwickeln und Leute einfach Spaß haben, anstatt das Kampfsport für andere Zwecke missbraucht wird.

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